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Chronik Familie Jansen Lotto Jansen • Werther Str. 248 • Bocholt-Lowick
 

Ende 18. Jahrhundert | Zimmermann Johann-Hermann Jansen

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wohnte in Lindern (Oldenburg) der Zimmermann Johann-Hermann Jansen. Lindern hatte schlechten Boden, teilweise Sand, teilweise Heide und Moorflächen. Hier, wie im ganzen südlichen Oldenburg weideten große Schafherden. Die Wolle dieser Tiere wurde meist an Ort und Stelle zu Strümpfen oder Unterbekleidung verarbeitet.

Johann-Hermann Jansen hatte 5 Söhne. Der älteste, Johann-Bernhard wurde im Jahre 1797 geboren.

 

Anfang 19. Jahrhundert | Johann-Bernhard Jansen handelt mit Strumpfwaren

Da in Lindern für die Söhne nicht viel Gelegenheit war zum Weiterkommen, ging Johann-Bernhard zum Fabrikanten Bersenbrügge und kaufte einen großen Packen Strumpfwaren. Damit wandte er sich nach Holland und versuchte, sie im Hausierhandel und auf Märkten abzusetzen.

Es sei hier bemerkt, dass das Stricken in damaliger Zeit eine Kunst war, die bei den Bauersfrauen wenig bekannt war und ausgeübt wurde. In kurzer Zeit hatte Johann-Bernhard seine Strumpfwaren verkauft. Immer wieder aufs Neue holte er Waren heran. Später ließ er sie sich nach Holland nachschicken.

Als seine Brüder heranwuchsen, nahm er sie mit, um sie auf den Hausierhandel mit Strumpfwaren vorzubereiten. Auch die Brüder hatten sich bei den Holländern bald eingelebt und beliebt gemacht. Johann-Bernhard verkaufte auch viel im westlichen Münsterland und war bekannt unter dem Namen „Sock JANSEN". Die anderen Brüder, die mehr in Holland verkauften, erhielten den Beinamen „Kous JANSEN" und wohnten in Doetinchem, Doesburg Duiven und Arnheim.

 

1830 | Johann-Bernhard Jansen heiratet Katharina Thobe

Johann-Bernhard hatte sich in Dinxperlo ein altes Haus gekauft mit Wirtschaft und Laden. Er konnte es nicht beziehen und deshalb verpachtete er es an Herrn Wolken, der darin bereits wohnte und dem er verschuldet war.

Im Jahre 1830 heiratete er Katharina Thobe, eine Müllerstochter aus Essen in Oldenburg. Sie war 8 Jahre jünger als Johann-Bernhard.

Im Jahre 1835 zog Johann-Bernhard mit seiner Frau und seinen 2 Kindern nach Dinxperlo. Er konnte sein bereits gekauftes Haus nicht frei bekommen, deshalb kaufte er kurz entschlossen ein altes kleines Haus neben dem vorgenannten Haus. Sie bekamen noch 6 weitere Kinder, jedoch sind nur 2 Kinder groß geworden, und 6 auf dem Friedhof in Dinxperlo begraben.

Die beiden anderen Söhne, Hermann Anton und Heinrich blieben bei den Eltern. Der Vater ging Tag für Tag mit seinen Strumpfwaren zu den Bauern oder besuchte die Märkte in der Umgegend. So kam es dazu, dass er sich vereinzelt dem Trunke hingab und so von seinen täglichen Einnahmen viel verzehrte. Hierdurch kam die Familie in arge Not.

 

1840-1850 | Die Familie Johann Bernhard Jansen nimmt zwei Kinder auf

Katharina Thobe war eine kluge entschlossene Frau, sie war fromm und hatte ein weiches Gemüt. Als der Bruder ihres Mannes und seine Frau bald hintereinander starben, nahm sie eins der Kinder namens Tonia trotz ihrer eigenen Armut bei sich auf. Dieses Kind ist später in Doesburg verheiratet gewesen und hat dort in guten Vermögensverhältnissen gelebt. Sie war ihrer Tante immer sehr dankbar.

Dem armen Arbeiter Overbeck war die Frau gestorben unter Hinterlassung eines Kindes von 6 Wochen. Die Familie Johann-Bernhard Jansen nahm dieses Kind trotz eigener Bedürftigkeit auf, da ihr gerade ein Kind im gleichen Alter gestorben war.

Das aufgenommene Kind hieß „Jannes Overbeck". Als der Junge aus der Schule kam, ließen seine Pflegeeltern ihn das Bäckerhandwerk erlernen. Sie sorgten auch für ihn, als er später bei den Bückeburger Jägern diente und den Krieg 1870/71 mitmachte. Overbeck verheiratete sich in Bocholt und ist dort gestorben.

 

um 1855 | Sohn Hermann-Anton kauft das Haus Poth in Suderwick

Als der älteste Sohn Hermann-Anton 17 Jahre alt geworden war, ließ die Mutter alle Gläubiger zusammenkommen. Sie vereinbarte mit ihnen, dass die vorhandenen Schulden in jährlichen Raten nach und nach abbezahlt werden sollten. Statt des Vaters besuchte nun sein Sohn Hermann-Anton mit dem Strumpfpacken die Bauern in der Umgebung und die Märkte. Es gelang ihm, so viel zu verdienen, dass er die vorhandenen Schulden fristgemäß tilgen konnte, er konnte jedoch kein Kapital ansammeln. Hermann-Anton war ein kluger energischer Mann und er hatte einen guten Geschäftsblick. Wenn er glaubte, etwas verdienen zu können, so packte er zu, trotz Geldknappheit. Er war überall sehr beliebt.

In Suderwick war zu der Zeit Pastor Hertkens tätig. Das Haus neben der Kirche, in dem bisher eine Wirtschaft durch die Familie Poth geführt wurde, stand zum Verkauf. Es lag im Interesse der Kirche, dass das Haus in den Besitz einer guten katholischen Familie kam. Der Pastor wandte sich an Hermann-Anton und versprach ihm seine Hilfe beim Kauf des Hauses, wie auch bei der Beschaffung der nötigen Gelder.

Hermann-Anton ging auf seinen Vorschlag ein und begab sich mit dem Pastor zu Wolbring in Stenern, dem Eigentümer des Hauses Nr. 26. Herrnann-Anton kaufte das Haus und erhielt von Fränzken Meinen einen Betrag von 800 Talern, die als Hypothek eingetragen wurden.

Das Haus Poth war in einem schlechten Zustand. Es hing fast keine Tür mehr grade in den Angeln. Wenn man vorn hineinschaute, konnte man hinten wieder heraus sehen. Es wurde immer an dem Haus ausgebessert, bis auf den heutigen Tag.

Der alte Knecht Haffkenscheid, der die ganze Entwicklung des Hauses kannte und miterlebt hatte, behauptete: „ Für das alte Haus seien mehr Kosten verwendet worden, als zwei neue Häuser gekostet hätten". Die Reparaturen und Veränderungen konnten nur vorgenommen werden, wenn Geld vorhanden war und deshalb konnte das Haus bis zu seinem jetzigen Zustand nur nach und nach verändert werden.

Johann-Bernard und Kath. Thobe zogen mit nach Suderwick. Johann-Bernhard war sehr solide geworden und führte mit seiner Frau ein frommes Leben. Sie besuchten jeden Morgen die hl. Messe und beteten jeden Abend die Ablaßgebete vor dem Missionskreuz. Katharina Thobe gab viel an arme Leute. Die heranwachsenden Enkelkinder mußten jeden Sonntag armen Familien das Essen bringen. Es wird erzählt, dass J.B. JANSEN im Jahre 1866 das hölzerne Kreuz, welches als Missionskreuz außen an der Kirche angebracht war, durch Suderwick getragen hat. Wollte ihn jemand ablösen, so nahm er dieses Angebot nicht an mit dem Hinweis: Ich trage dieses Kreuz zur Ablösung meiner Sündenschuld.

Eine andere Version sagt, dass er das Kreuz von Kevelaer aus getragen hat, dort hatte man es gekauft und eine Pferdekarre zum Transport mitgenommen und da man befürchtete, dass der Korpus durch das Rütteln auf der Karre beschädigt werden könnte, hätte sich J. B. JANSEN angeboten, das Kreuz nach Suderwick zu tragen. Er starb 1874. Die Sterbesakramente hat er in der Pfarrkirche erhalten. Er wurde von 2 Mann in die Kirche geführt. Seine Frau starb 1878.

 

1861 | Hermann-Anton Jansen heiratet Sophia Schmeinck

Hermann-Anton JANSEN heiratete im Jahre 1861 Sophia Schmeink aus Weseke.

Er gründete am 04.Oktober 1892 die Firma H.A. Jansen (Tag der ersten Eintragung HRA30).

In seinem Geschäft kam er gut voran. Er konnte das Haus Neu-Berlin mit den Grundstücken erwerben. Auch kaufte er später die dem Prinzen Salm­-Salm gehörenden Grundstücke des Gutes te Bensel. Er baute seinem Sohn Johann in Dinxperlo ein Geschäftshaus mit Hotel. „Het Wapen van Oldenburg". Aus der Ehe mit Sophia Schmeink sind vier Kinder entsprossen. Sie erhielten beim Tode des Vaters an Aussteuer und Vermögen so viel wie die Kinder eines guten Bauernhofes in der Umgebung. Sein Bruder Heinrich starb schon im Jahre 1865 an Lungenentzündung, seine Braut folgte ihm bald im Tode nach.

Sophia geb. Schmeink starb im Jahre 1888 und Hermann-Anton JANSEN 1893. Das Geschäft wurde von seinem dritten Sohn August weitergeführt, der im Jahre 1923 gestorben ist. Der älteste Sohn Bernard war schon im elterlichen Hause verheiratet mit Johanna Elting. Sie stammte aus dem Schultenhof Elting und der jetzige Bruder Johannes wollte nicht heiraten und holte seine Schwester auf den Hof zurück und übertrug das ganze Vermögen seinem Schwager Bernard JANSEN, der ein tüchtiger Bauer gewesen ist.

Der jüngste, Heinrich JANSEN erwarb in Dinxperlo ein Haus mit Garten, in dem heute der Zahnarzt Kruden wohnt. Er betrieb dort einen Fahrradhandel. Er starb 1975.

Die Witwe August Jansen setzte den Betrieb in Gütergemeinschaft mit ihren 8 Kindern fort. Im Jahre 1937 übertrug sie den Besitz ihrem 2. Sohn Aloys, der im elterlichen Haus verblieben war, mit der Auflage, seinen Geschwistern den wertmäßigen Anteil des Vermögens zu vergüten. Sie starb im Jahre 1950.

 

1959 | Vinzenz Jansen übernimmt die Geschäftsleitung

Aloys Jansen setzte das Geschäft unverändert fort. Er hatte schon im Jahre 1925 die Rendantur der Spar- und Darlehnskasse übernommen, die sich in kurzer Zeit so stark entwickelte, dass sie eine Vollkraft ganz beschäftigte und nach und nach noch mehr Personal benötigte.

Im Jahre 1959 baute sich Aloys Jansen im Garten einen Bungalow und übergab am 17. Oktober 1963 (HRA 30) die Leitung des Geschäftes seinem Sohn Vinzenz.

(Anmerkung: bis hierher scheinen Text und Formulierung von Aloys Jansen zu stammen, der nachstehende Text wurde (2000) von der Familie ergänzt.)

Neben Vinzenz gab es noch die Zwillingsbrüder August und Ernst Jansen, sowie die Schwester Ursel. Ursel blieb in Suderwick und verheiratete sich mit Hermann Schlütter. August blieb ebenfalls in Suderwick und ging eine Ehe mit Anni, geb. Weidemann ein. Ernst, der körperlich behindert war, blieb im Elternhaus. Er starb am 19. 09. 1999 und wurde auf dem kath. Friedhof in Suderwick beigesetzt.

Vinzenz Jansen betrieb in seinem Elternhaus eine Gaststätte, seine Frau Klara, geb. Schepers, ein Schreib­waren­geschäft, dem am 01.12.1963 eine Lotto-Toto-­Annahmestelle angegliedert wurde.

Im Jahre 1992 sollte die Gaststätte verpachtet werden. Die neuen Mieter hatten die Wohnung schon bezogen. Am 30. 11. 1992 wurde das alte, ehrwürdige Haus ein Raub der Flammen.

 

1992 | Stefan Jansen betreibt die Lottoannahmestelle weiter

Danach zog Vinzenz, der im März 1997 verstarb, sich aus dem Geschäft zurück und übergab am 05.Januar 1994 (HRA 30) alles seinem Sohn Stefan Jansen, der an gleicher Stelle ein neues Wohn- und Geschäftshaus aufbaute. Die Eröffnung war am 01.04.1994. Ein Teil des Gebäudes ist an die Bäckerei Essing vermietet, die hier eine Filiale unterhielt. Das obere Stockwerk wird als Wohnung genutzt. Die Gaststätte wurde nicht wieder aufgebaut.

Aus Stefans erster Ehe stammen 2 Kinder (Jenny Jansen 13.12.1983 und Nina Jansen 24.12.1984).

Jenny ist mit Jörg de Waal verh. und hat zwei Söhne (Jason geb. 29.09.2003 und Jan Hermann geb. 18.10.2013). Nina hat einen Sohn (Patrice Maximilian, geb. 24.09.2008) und eine Tochter (Loana, geb. am 02.06.2014).

Der zweite Sohn der Eheleute Klara und Vinzenz Jansen, Klaus Jansen zog nach Wien und arbeitet dort als Brillenoptiker.

Stefan Jansen ist seit dem 27.08.2007 mit Ursula Jansen geb. Tichelofen verheiratet, zusammen haben Sie bis zum 02. Mai 2009 die Lotto-Toto Annahmestelle weiter betrieben, um dann ab dem 04. Mai 2009 eine bestehende Lottoannahmestelle in Bocholt Lowick zu übernehmen.

Er gründete am 04.Oktober 1892 die Firma H.A. Jansen (Tag der ersten Eintragung HRA30)

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